Nicht sehr fit

Gestern beim Be-fit Festival in Erfurt gewesen. Ich hatte mir vorgenommen noch ein vielleicht letztes Mal bevor ich abhaue hübsch feiern zu gehen und die Gelegenheit zu nutzen noch einmal die Capas und Juri Gagarin zu sehen. Das war mir auch die 25 Euro für die Tageskarte wert.
Rückblickend gesagt, war es….naja….ambivalent.

Das erste was mir – negativ – auffiel waren die Securitys. Ich habe damit gerechnet zu einem kleinen, eher alternativen „gegen-Rechts -Festival“ zu kommen, wo junge Menschen am Einlass sitzen und man freundlich-locker reingewinkt wird. Stattdessen wurden die spärlichen Festivalbesucher von einer doppelte Sicherheitsschleuse – bewacht von 8 mies gelaunten Securitys – erwartet. Jede/r wurde abgesucht, damit man auch ja keine Wasserflasche mit aufs Gelände nahm, die größer als 0,5l und verschlossen war. Dies war angesichts der wenigen Besucher/innen kaum an Skurrilität zu überbieten. Kaum. Außer durch die Sicherheitsgitter vor der Bühne hinter denen auch immer fünf bis sechs Sicherheitsmänner und -frauen standen, die darauf achteten, dass die Masse (Achtung Ironie) der Groupies die Bühne nicht stürmt.
Dass diese erwartete Masse nicht mal annähernd zusammen kam zeigte sich schon beim ersten Blick auf die „Zeltstadt“. Auf einem riesigem, aufwendig abgezäunten Feld, ordentlich getrennt durch Sicherheitsband standen…naja…vielleicht acht (?) Zelte.

Das nächste was einem sofort in die Augen sprang war die tiefe Hässlichkeit des Geländes. Wo man beim Highfield, Melt oder SMS durch Seen oder surrealem Industriegelände verwöhnt wird, erwartete den Be-fit Besucher ein langes graues kahles Feld, durchzogen von Schlammspuren und teilweise notdürftig mit Stroh abgedeckt.

Was allerdings sehr innovativ und cool war, waren die thematischen („Mehr Toleranz durch Sport“) Angebote: Ein Volleyball und Soccerfeld, sowie ein großes aufgeblasenes Trampolin und ein Bungee-Run-Ding. Sehr cool und auch wenn in dem Hüpfburg/Trampolin das Regenwasser stand, machte es es nicht weniger lustig.
Schluss mit dem Spaß war allerdings, als der Wind beide Hauptattraktionen gegen 15:00/16:00 Uhr einfach mal über den Zaun davon wehte, worauf sie für den Rest des Abends einfach abgebaut und zusammengepackt wurden. Klasse.
Vom Wetter wollen wir übrigens auch lieber mal nicht reden. Schlimmer hätte es kaum kommen können.

Die nächste Enttäuschung war übrigens leider der Auftritt von Captain Capa (sorry, Jungs!). Trotz neuem Laptops und positivem Soundcheck stürzte der Computer und damit der gesamte Ton immer wieder nach den ersten paar Sekunden des Liedes ab. Nach vier erfolglosen Versuchen, einer vergangen halben Stunde und blanken Nerven bei Band und Publikum wich man auf eine Notlösung mit leider schlechtem Ton und einigen weiteren technischen Aussätzern aus. Schade.
Hingegen war der Auftritt von Juri Gagarin famos. Das machte die vielen negativen Aspekte wieder wett und hebte auch meine Stimmung wieder in ungeahnte Höhen.

Fast wäre der Abend gerettet gewesen, hätte sich das Befit Team nicht eine Peinlichkeit erlaubt die ich ihm als Einzige richtig übel nehme: Die angekündigte (und auch von mir bezahlte und erwartete) Aftershow Party viel aus, laut DJ, weil irgendwelche Technik fehlte. Das hieß der Abend war vorbei als er erst richtig angefangen hatte. 00:30 war Schluss im Zelt. Das hätte ich mir niemals träumen lassen. Dann standen wir da, unser erster Zug Richtung Bett fuhr erst 04:40Uhr.

Naja, wir haben noch das Beste daraus gemacht und haben unsere eigene After-after-Show Party gemacht: Ab zum Parkplatz, Kofferaum vom Auto auf, Boxen und Musik an. Nach einer halben Stunde versammelten sich dann bei uns auch noch einige andere enttäuschte Party-Gänger.

Fazit: Gut gemeint, aber leider ist so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Die ehrenamtlichen Organisatoren sitzen jetzt auf einem Schuldenberg, die Bands rennen ihrem Geld hinterher, dass aber niemand eingenommen hat und ich hab 25 Euro für eine halbe Party bezahlt. Dafür aber auch viele gute Freunde wieder getroffen, neue Leute kennen gelernt und trotz allem eine Menge Spaß gehabt.


5 Antworten auf “Nicht sehr fit”


  1. 1 clickkind 26. Juli 2009 um 18:48 Uhr

    nur gut, dass ich pleite bin. so musste ich dieses dilemma nicht miterleben.

  2. 2 ashi 27. Juli 2009 um 13:12 Uhr

    Sorry für den blöden Auftritt. Wir haben uns selber grün und blau geärgert. Falls dus noch nicht mitgekriegt hast:

    „Wie versprochen werden wir in nächster Zeit einen Gig hier bei uns organisieren, bei dem BesucherInnen des Befit-Samstags kostenlos reinkommen werden. Dann machen wir unsere Panne wieder gut, spielen ein ausgedehntes, funktionierendes Set und sorgen für einen guten Abend. Das Ganze wird wohl im DOMizil Bad Frankenhausen stattfinden. Näheres dann hier, auf Myspace, Twitter oder sonstwo… Ihr wisst bescheid.“

    Also auch hier nochmal sorry, sorry, sorry! Es war kein menschlicher Fehler, sagt man beim Flugzeugabsturz, ne? :(

  3. 3 Admin 28. Juli 2009 um 15:57 Uhr

    Schon okay ;) Für euch war es ja bestimmt noch viel doofer…

  4. 4 Joshiy 20. Dezember 2009 um 20:02 Uhr

    Ich fands auch mit aussetzern super. Bin ein sehr unkomplizierter Partygänger. Juri Gagarin wie immer top und unsere After war auch irgendwie lustig ^^

  5. 5 Admin 20. Dezember 2009 um 20:10 Uhr

    Hihi…das stimmt ^^

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