Erstes Lebenszeichen aus Bolivien

Nach gefühlt einer halben Ewigkeit melde ich mich nun zum ersten Mal aus Bolivien. Zwar erst nach einer Woche, aber meine Gastfamilie hat auch nur eine ziemlich langsame Modem-Verbindung hat und in letzter Zeit ist viel passiert. Aber ich habe auch schon ein günstige Internetcafé in meiner Nähe gefunden und auf meiner Arbeit werde ich auch Internet haben.

Vieles ist gerade am Anfang schwierig, vor allem die Sprache. Ich kann mich mit Mühe bei meiner Gastfamile verständlich machen, die Zeitung verstehe ich zurzeit noch kaum. Aber ich denke das wird sich in den nächsten zwei Monaten ändern. Desweiteren hat die TAM (meine Fluggesellschaft von Paris nach Sao Paulo) einen meiner Koffer verschlampt…

Zurzeit ist es Winter in Bolivien, das heißt, es ist immer um die 20°C. Auch auffällig ist, das die Dämmerung sehr kurz ist. Sie setzt Winter wie Sommer gegen viertel nach sechs Uhr abends ein. Dreiviertel sieben ist es stockdunkel.

Das Stadtbild ist relativ arm und heruntergekommen. Allerdings gibt es im Zentrum auch einige Hochhäuser und überall Palmen. Die Stadt ist symmetrisch angeordnet. Im Zentrum ordnen sich die Straßen in Quadraten an und um das Zentrum gibt es drei große Straßen die in Ringen angeordnet sind.
Überall gibt es kleine Läden, Kiosks oder Cafés an den Straßen.

Des weiteren ist Santa Cruz zurzeit Hauptinfektionsgebiet der Influenza in Bolivien. Die Schulen bleiben zwei Wochen geschlossen und einige Menschen, vor allem Kellner und Kellnerinnen, tragen einen Mundschutz.

Das öffentliche Verkehrsnetz ist auch ganz anders als in deutschen Städten. Es gibt weder S- noch U-Bahn und auch keine Straßenbahnen.
Es gibt nur Busse. Doch auch die sind anders als selbige in Deutschland. Es existieren keine Haltestellen, keine Abfahrtzeiten und keine Pläne. Nur verschiedene Linien, die die ganze Zeit ihre Route fahren. Wenn man mitfahren möchte, muss man sich an die Straße stellen und den Bus anhalten, und wenn man raus möchte, muss man „Stop“ rufen und raus springen. Wo die Linien lang fahren muss man irgendwie lernen. Oft sind die Busse so überfüllt, das die meisten gedrängt stehen müssen und nicht selten sind die so voll, dass die Tür gar nicht mehr zu geht und man fast außen am Bus hängt.

Wem das zu kompliziert ist, oder wer nach zehn Uhr nachts unterwegs ist, muss ein Taxi nehmen. Aber auch die sind sehr günstig. Um durch die halbe Stadt zu fahren (ca. 20 Minuten) bezahlt man umgerechnet einen Euro.

Auch das Autofahren ist etwas anders. Die Orientierung ist nicht leicht, da es kaum Straßenschilder (nur im Zentrum) und überhaupt keine Ausschilderungen gibt. Des weiteren schnallt sich hier niemand, aber auch absolut niemand an. Den Sicherheitsgurt braucht angeblich keiner.
An gleichberechtigten Straßen fährt derjenige als erstes, der sich zuerst mit Hupen bemerkbar gemacht hat. Wie man aus einem dreispurigem Kreisverkehr wieder herauskommt, habe ich noch nicht begriffen. Ab und zu trifft man auch einen Pferdewagen auf der Straße.

Zudem ist die Kriminalität auch viel präsenter. Auf fast allen Hauswänden prangert Stacheldraht und in jeder Bank steht mindestens ein Sicherheitsbeamter mit Kugelsicherer Weste und Schrotflinte. Ach ja, und die Strassencops tragten Tonfas aus Holz :)

Auffällig ist auch die viele Werbung an den Mauern. Wo in Deutschland die Mauern blank oder höchstens mal mit Tags verziert sind, sind hier an fast alle Wände Werbebilder und -sprüche gemalt. Richtig gutes Grafitti habe ich bisher noch nicht gefunden, dafür sind aber so gut wie an jeder Ecke politische Tags zu finden, meistens „Si“ oder „No“, welche sich auf die Wahl zu den Autonomiebestrebungen Boliviens beziehen.Aber es finden sich auch vergleichsweise viele Aufforderungen ungültig zu wählen und andere anarchistische/communistische Statements an den Wänden.
Ich freue mich schon auf die Wahlen im Dezember und hoffe das meine Spanischkenntnisse mir dann ein Umfassendes Verstehen ermöglichen.

Achso eines muss ich noch loswerden: Das neuste Album von „Fukkk Offf“ ist der Hammer. Ich hab es mir einige Tage vorm Abflug gezo…. gekauft und kann euch versprechen, jedes Lied ist ein Killer! Also wenn ihr mal was neues hören wollt…
Ich hoffe mal hier gibt’s auch eine gute Clubs, nicht nur Reaggeton und Mainstream Diskos. Ich bin allerdings noch nicht dazu gekommen, das Nachtleben zu erkunden. Alles zu seiner Zeit.


3 Antworten auf “Erstes Lebenszeichen aus Bolivien”


  1. 1 Hate 25. August 2009 um 18:25 Uhr

    Hey, super..
    Jetzt wirds interessant für dich und für mich auch ein bisschen, da ich deinen Blog im RSS-Reader hab..

    Ich freu mich schon auf weitere Artikel.

    Ls

    PS: Ich hoffe du fängst dir keine Influenzia ein…

  2. 2 Aurélie 27. August 2009 um 9:11 Uhr

    quiero tambien 30grado en invierno!!^^
    quiero mas! mas reportes de bolivia!

  3. 3 Nine 28. August 2009 um 16:58 Uhr

    Liebster,
    hört sich ja nicht sooo gut an wie?
    Aber hauptsache dir gefällts und ich erwarte immer schöne berichte :)
    Highfield war klasse. Arctic Monkeys.. Ach wärst du nur dabei gewesen..
    Ich hab dich lieb! :*

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