Archiv für Oktober 2009

Als Vegetarier in Südamerika

Seitdem ich der WG wohne, finde ich immer weniger Zeit zu bloggen und bekomme immer schlechtes Gewissen, wenn ich auf meine Seite schaue.
Deshalb reiss ich mich jetzt einfach mal zusammen und schreib mal einen kurzen Artikel, den ich schon seit einiger Zeit schreiben wollte.

Als ich nach Südamerika flog, hab ich schon gedacht, dass dies das Ende meiner vegetarischen Ernährung darstellt und das bestellte vegetarische Essen im Flieger das letzte für ein Jahr sein wird.
Und wenn sich meine Befürchtungen auch anfangs bestätigten, wurde ich jedoch positiv überrascht.

Da ich anfangs bei einer Gastfamilie gewohnt hatte, musste ich mich mehr oder weniger anpassen und habe auch hin und wieder ein wenig Fleisch gegessen. Vegetarier_innen sind hier, wie man es sich schon denken kann, eine Seltenheit, von Veganer_innen hat der Durchschnittsmensch noch nie etwas gehört.

Dennoch kann man, wenn man denn allein wohnt, sich hier (zu meinem Erstaunen) nahezu problemlos zumindest vegetarisch ernähren. Es gibt in vielen Restaurants meistens ein paar Gerichte ohne Fleisch und sogar ein paar komplett vegetarische Restaurants. Selbst auf Tofu muss man nicht verzichten, unglaublich aber wahr: Es gibt hier einen Vegetarier-Laden in dem es alle möglichen Köstlichkeiten für die fleischlose Ernährung gibt. Ich war zwar noch nicht da, werde aber mal in nächster Zeit vorbei schauen.

Vorsicht ist dennoch geboten: Wenn man hier sagt dass man kein Fleisch mag, kann man trotzdem Hühnchen vorgesetzt bekommen. Denn „pollo“(Hühnchen) ist hier aus unerfindlichen Gründen kein „carne“(Fleisch).

Die Möglichkeit sich vegetarisch (oder vlt. auch vegan?) zu ernähren, hat man hier natürlich auch nur in den (ganz) großen Städten. In der Kleinstadt oder auf dem Land, würde ich mich nicht wundern, wenn man gar nicht verstanden wird, wenn man sagt, dass man Vegetarier_in ist. Das hängt neben dem allgegenwärtigen Fleischkonsum natürlich auch mit der prekären sozioökonomischen Lage der Menschen auf dem Land zu tun.

Gottgefällig und Lustfeindlich

Die Deutschen die hier in Bolivien leben sind nicht nur Jugendliche während eines Auslandsjahres und Touristen, ganz in der Nähe lebt auch eine Kolonie Mennoniten aus Deutschland die seit hunderten von Jahren abgeschieden wie im Mittelalter wohnen:

Im Südosten Boliviens leben rund 25 000 strenggläubige Mennoniten nach deutschen Bräuchen aus dem 17. Jahrhundert. Ein „Gott gefälliges Leben“ soll sie vor den Verlockungen der Moderne schützen.

Ungewöhnlich groß sind die Schaufelräder des Traktors, mit dem Bernhard Dyck sein Feld bestellt. Sie sollen den 40-jährigen Bauern vor der Fahrt in die Hölle bewahren. „Wir haben diese Räder, um der Versuchung zu widerstehen, spazieren zu fahren“, erklärt Bernhard in langsamem, hölzern klingendem Althochdeutsch, und tatsächlich machen die eisernen Schaufeln die Räder für jede Straße unbrauchbar. Bequem spazieren zu fahren – das wäre nicht gottgefällig.

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein im Südosten Boliviens, in der Mennoniten-Kolonie „Nueva Esperanza“ (Neue Hoffnung).
[…]
Zwölf Stunden dauert die Fahrt von der Kolonie bis Santa Cruz, der nächstgrößeren Stadt. Das ist weit genug, um die Moderne auf Abstand zu halten. „Wir kämpfen jeden Tag aufs Neue, auf das wir das Wort Gottes richtig verstehen“, meint Bernhard und streicht fast ein wenig verlegen über seine grobe Latzhose. Das bedeutet, auch „nur von dem zu leben, was wir durch unserer eigener Hände Arbeit und der Gnade Gottes erhalten“. Jeden Morgen um fünf stehen er und seine Frau Anna gemeinsam mit ihren acht Kindern auf und machen sich ans Tagwerk: Kühe melken, Hühner füttern, den Gemüsegarten pflegen und die Felder bestellen. Das seit einigen Jahren Traktoren für die Feldarbeit zugelassen sind, war keine Selbstverständlichkeit. Doch am Ende entschied der Vorstand der Kolonie, dass „es Gott gefällig ist, wenn die Ernte reich wird“.

weiterlesen via Caiman

Something about Santa Cruz

Ich war noch nie in einem Land dass so unterschiedlich ist, wie Bolivien. Gerade das Hochland und das Tiefland unterscheiden sich extrem. Ob Klima, Vegetation, Kultur, Politik, Ökonomie, Bevölkerung. Alles unterscheidet sich. Da ich ja schon etwas kurz über La Paz geschrieben habe, möchte ich auch noch einen kurzen Berichte über die Stadt schreiben, in der ich wohne.
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Nightly activitys…

Hunting mosquitos

via tekknoatze.

Einführende Worte zur (radikalen) Linken in Südamerika

Ein Grund für mich ein Auslandsjahr in Südamerika zu machen, war damals auch nicht nur die südamerikanische Gesellschaft (dazu habe ich ja bereits etwas geschrieben), sondern auch ihre sozialen Bewegungen kennen zu lernen. Che und Konsorten kamen ja auch von hier und wo sonst auf der Welt gab bzw. gibt es mehr Elan für die Errichtung des Sozialismus als in Südamerika.
Aktueller Anlass für diesen Text sind u.a. auch die diese Woche stattfindende bolivianische „Sozialistenkonferenz zu Ehren von Che Guevara“ in Vallegrande/Bolivien. Dieser berühmte Antisemit verbrachte bekanntliche seine Kindheit und Jugend hier in Bolivien. Er ist hier Volksheld und es gibt hier auch einige Statuen von ihm. Dass er sagte, dass er nicht zögern würde eine Atombombe auf Amerika zu werfen, wenn er denn eine hätte, scheint hier keinen zu stören und passt auch perfekt in den ideologischen Rahmen der meisten linken Gruppen hier.
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Welcome to the new world…

Um an Internet Eyes teilzunehmen, müssen sich die Nutzer zunächst registrieren. Dann können sie die Videobilder von Überwachungskameras auf ihrem Computer anschauen. Entdecken sie etwa Verdächtiges, klicken sie auf einen Knopf. Dann wird ein Foto der Situation erstellt und derjenige, der die Kamera bedient, also ein Ladendetektiv oder ein Mitarbeiter der Leitstelle, wird alarmiert. Er entscheidet, was zu tun ist. Außerdem schickt er dem Spieler eine Nachricht, ob es sich tatsächlich um eine kriminelle Handlung gehandelt hat oder ob es falscher Alarm war.

Hat der Spieler etwas Verdächtiges entdeckt, bekommt er einen Punkt. Handelt es sich um ein tatsächliches Verbrechen, erhält er drei Punkte. Für einen falschen Alarm hingegen gibt es Punktabzug. Die Fahndungserfolge werde auf der Website dokumentiert: Dort soll eine Galerie der Straftäter veröffentlicht werden – mit Fotos, Straftaten und denjenigen, die sie ertappt haben.

via Successless

Clubbing Guide No. 1

Heute werde ich das erste mal was über das bolivianische Nachtleben erzählen und dabei euch meine aktuellen Lieblingsclubs vorstellen, wer weiß, vielleicht ließt das ja auch der/die eine oder andere die/der auch gerade in Santa Cruz ist und irgendwann mal herkommt und ähnlich Partys mag wie ich.
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Die Deutschen, Kultur und Santa Cruz

Gestern war ich mal wieder auf einem Konzert. Es hat so eine Indierock Band aus Bonn gespielt. War ganz cool. Und ja, es war auch ein wenig komisch hier in Santa Cruz am Einlass auf Deutsch „Hmm, hast du es nicht kleiner?“ gefragt zu werden, Heinecken zu trinken (Becks gab`s nicht), um mich herum deutsche Indiekinder und Hippies zu sehen und die Band deutsche Ansagen machen zu hören. Und dies wird auch nicht das einzige „deutsche“ Event sein, dass ich besuchen werde.
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