Clubbing Guide No. 1

Heute werde ich das erste mal was über das bolivianische Nachtleben erzählen und dabei euch meine aktuellen Lieblingsclubs vorstellen, wer weiß, vielleicht ließt das ja auch der/die eine oder andere die/der auch gerade in Santa Cruz ist und irgendwann mal herkommt und ähnlich Partys mag wie ich.

Zuerst einmal sei gesagt dass die meisten Leute hier eher Hip Hop und vor allem Reaggaeton, Salsa und Reggae hören. Besonders auffällig finde ich, dass in den Mainstream Großraumdiskotheken neben internationalen Charts (Lady Gaga etc.) sehr viel spanische und südamerikanische Musik kommt. Hier ziehen sich die Jugendlichen auch auffallend „hübsch“ an. Nicht selten kommen die Mädchen mit Abendkleid und hohen Schuhen in die Disse. Sagt man jedenfalls. In solche Orte hab ich es bisher allerdings ehrlich gesagt noch nicht geschafft. Wen dass interessiert, solche Lokalitäten versammeln sich in Santa Cruz in Equipetrol in der Av. San Martin. Dort stehen gleich 5 große Dorfdissen und unzählige Bars und ähnliches. Ich bin mir sicher, irgendwann in diesem Jahr werde ich mich dorthin auch mal verirren. Wenn es soweit ist, gibt es mehr.
Auffällig sind die vielen Karaoke Bars. An fast jeder Ecke steht ein solches Ding. Allerdings war ich dort auch noch nicht.

Letzten Freitag war ich stattdessen im „Duda“ meinem aktuellen Lieblingsclub. Ich habe festgestellt, dass ich da schon einmal vor einigen Wochen war, aber damals hatte ich vergessen nach dem Namen zu fragen, war nur kurz da und auch ziemlich angetrunken.
Diesen Freitag kam ich noch einigermaßen nüchtern dort an. Einlass war 20 Bolivianos (2€) und dafür bekam man ein 0,4l Getränk mit Wodka gratis. Allein schon das Aussehen des Clubs hatte mich völlig überzeugt. Er ist relativ klein und von außen sehr unscheinbar. Vorne gibt es eine kleine Lounge dann die Theke und hinten schließlich die Tanzfläche, welche mit verschiedenfarbigen Neonröhren beleuchtet ist. An den Seiten gibt es gemütliche Sitzwürfel und die Wände sind mit Pixel-Enten und Comics bemalt. Als ich gegen ca. um 23 Uhr den Club betrat legten schon zwei obercoole DJ’s auf. Es lief feinster Elektro/Techno der ab ca. um Eins sich langsam zu Minimaltech verwandelte. Fast genauso heiß wie das Publikum, das zum größten Teils aus Normalos, Elektropunkern und Sonnenbrillenraverinnen bestand.
Anfangs hab ich mit meinen Leute noch ein wenig gechillt und die sich sehr schnell leerende Wodka-Sprite bald gegen eine neue eingetauscht. Später dann tanzen gegangen als gegen halb eins der Laden dann anfing zu brennen. Die DJ flippten aus und die kleine aber feine Tanzfläche füllte sich bis obenhin. Zwei der Drei der Neonröhren ging aus und über dem Dancefloor lag nur noch ein rötlicher Schein. Es gab zwar an der Decke Ventilatoren aber ich hatte das Gefühl die brachten nichts. Der Hammer war dann als Jesus, einer der Barkeeper, immer wieder mit einem Tablett voll mit kleinen Wodka Gläschen die Tanzfläche betrat. Wenn man schwitzt, braucht man halt auch Flüssigkeit! Ab dem Zeitpunkt wurde dann auch Riesenbecher mit Bier (ich glaub 2 Liter 3€) verkauft und ich bekam ständig von irgendwelchen Leuten Bier in die Hand gedrückt. Dieser wundervolle Abend endete dann um drei als ich auf der Tanzfläche bemerkte, dass alle Leute mit denen ich gekommen sind, auf wundersame Weise verschwunden sind und ich mich erinnerte dass ich in vier Stunden schon wieder aufstehen muss, weil ich mich zum Fußballspielen verabredet hatte. Naja. Wie ich gespielt habe, könnt ihr euch ja sicherlich vorstellen, hehe. Adresse für Interessierte wird nachgereicht.

Mein Zweitlieblingsclub heißt Centrosferra. Es ist weniger eine Disko als eher eine Art Bar. Sie befindet sich in der Calle Independencia Esquina Libertad nur ca. 4 Blöcke vom Plaza Principal. Das Zentrum dieses Clubs ist ein großer Platz unter freiem Himmel den überdachte Sitzgelegenheiten umkreisen. Auf diesem Platz wachsen Palmen, es gibt es einige Tisch, eine Bühne und Tanzfläche. Auch das Design ist sehr cool, der Club ist in Rot/ Gelb gehalten, an einer Wand des Innenhofes ist ein großes geiles Graffiti einer Deejane. Die Stärke dieses Clubs sind u.a. seine Cocktails. Für 15 Bs. (1,5€) gibt es die besten Caipirinhas die ich bisher getrunken habe, die Cuba Libres dort können sie allerdings nicht toppen. Jedes Wochenende und manchmal auch unter der Woche treten dort Rockbands oder legen DJs auf. Musikalisch und Publikumstechnisch würde ich den Ort in den Alternativ-Rock/ Electronica Bereich einordnen. Es läuft hübscher Elektro (z.B. Justice und ich meinte auch ein Lied von Fukkk Offf gehört zu haben) und gute Rockmusik.
Allerdings wird der Clubs laut Facebook ab diesen Freitag umziehen. Ob dauerhaft oder nur temporär weiß ich nicht, wird sich noch rausstellen.

Scheiße, heute ist Montag.


1 Antwort auf “Clubbing Guide No. 1”


  1. 1 Admin 02. März 2010 um 4:48 Uhr

    Edit: Ich habe mich dazu entschieden die Club-Lokalitäten nicht zu aktualisieren. Es gibt einige schöne und interessante Ecken in Santa Cruz.
    Ich glaube es wäre aber nicht in deren Interesse dass sie der Flut deutscher Hippie-Freiwilligen zum Opfer fallen.
    Wer sich einige Zeit in Santa Cruz aufhält, der wird sowieso früher oder später die Plätze finden, welche zu ihm passen, was so etwas angeht ist Santa Cruz ein Dorf.

    Wer trotzdem gerne eine Ausgeh-Empfehlung haben möchte, dem/der gebe ich diese gerne per Mail.

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