Something about Santa Cruz

Ich war noch nie in einem Land dass so unterschiedlich ist, wie Bolivien. Gerade das Hochland und das Tiefland unterscheiden sich extrem. Ob Klima, Vegetation, Kultur, Politik, Ökonomie, Bevölkerung. Alles unterscheidet sich. Da ich ja schon etwas kurz über La Paz geschrieben habe, möchte ich auch noch einen kurzen Berichte über die Stadt schreiben, in der ich wohne.

Santa Cruz ist nicht zufällig entstanden, es wurde von Grund auf geplant. Mit ca. 1.8 Millionen Einwohner ist sie nicht nur die größte Stadt von Bolivien, sie hat auch eine einzigartige Struktur. Es gibt ein großes Zentrum, in welchem alle Straßen rechtwinklig angeordnet sind und so ein perfektes Straßen“netz“ bilden.
Um dieses Zentrum ist die Stadt durch zehn (?) große ringförmige Schnellstraßen („Anillos“) strukturiert. Wenn man jemand fragt, wo er wohnt, erhält man meist die Antwort wie zwischen dem x-ten und z-ten Ring im Norden/Süden/….
Senkrecht zu diesen Ringen erstrecken sich wiederum große Hauptstraßen, welche vom Zentrum der Stadt bis weit nach außen verlaufen.
Dieser pragmatischer und geordneter Straßenbau ermöglicht eine relativ gute und schnelle Orientierung,macht die Stadt aber auch ein wenig langweilig und eintönig. Es gibt nur „ein“ Zentrum, „eine“ Amüsiermeile und „einen“ Bahnhof
Die heißeste Metropole Boliviens wächst unglaublich schnell. Ich kenne Leute, die berichten, als sie noch in Santa Cruz waren, war diese Stadt noch ein verschlafenes Dorf. Orte die sich vor gut 10 Jahren noch mit Fug und Recht als „am Stadtrand“ bezeichnen konnten und keine befestigten Straßen hatten, können jetzt dreispurige Schnellstraßen und Hochhäuser vorweisen.

Der große Migrationsstrom nach Santa Cruz ist u.a. auch darin begründet, dass es die reichste Stadt Boliviens ist. Viele Leute kommen hier her um Geld zu machen. Dass spiegelt sich dann natürlich auch politisch und kulturell wieder. Während SCZ die leistungsstärkste Industrie des Landes hat, ist der kulturelle Part noch sehr unterentwickelt. Ob große Filmfestivals, Musikevents oder Theater: Das meiste findet in La Paz statt. Genauso wenig gibt es hier eine relevante Subkultur. Bei fast 2 Millionen Einwohner gibt es kein Szeneviertel, alternative Kneipen und Underground-Clubs sind Mangelware.
Politisch sieht es ähnlich aus. Während die Regierungspartei eine „linke“ ist und soziale Bewegung im Land so aktiv sind, wie in keinem europäischen Land ist Santa Cruz politisch eher konservativ bis rechts. Wegen kulturellen Unterschieden und weil die Stadt ihren Reichtum nicht teilen will, will sich das Ganze Departement sogar, mehr oder weniger, vom restlichen Land abspalten.
Marx-Lesekreise sucht man hier vergeblich, linke Zeitungen (wie z.B. den „Cambio“) werden nur an ganz wenigen Orten verkauft.

Jedoch, und das will ich noch gesagt haben, ist Santa Cruz dass Mode-Zentrum des Landes. In keiner anderen Stadt gibt es so viel Modedesigner, gute Läden oder Events.
Aber abgesehen davon, können sich solche Klamotten trotzdem die meisten hier nicht leisten.