Cochabamba

Durch meine eigene Faulheit verspätet, nun endlich der Bericht von meinem kürzlichen Trip in die 700.000 Einwohner Stadt Cochabamba. Grund für die Reise war ein Seminar in einem Dorf drei Stunden außerhalb der Stadt. Das Seminar war okay, die Stadt hingegen richtig schön.
Cochabamba liegt in einem Talkessel am Fuß der Anden. Gerade hoch genug, dass es nicht zu heiß ist und noch so niedrig, dass trotzdem meistens angenehme Temperaturen um die 25°, 30°C herrschen. Nicht nur das Klima und das Essen, was das beste in Bolivien ist, kann in der Stadt des ewigen Frühlings beeindrucken. Gesäumt von vielen sehr schönen Plätzen in der Innenstadt und „bewacht“ von einer auf einem Berg gelegenen Christo Statue, die 2m höher ist, als ihr berühmtes Vorbild in Rio, bietet sie einen angenehmen Anblick, der nun noch von den vielen netten Kneipen und der – im Gegensatz zu Santa Cruz existierenden – Streetart übertroffen wird.

Doch ich will nicht ins Schwärmenden geraten: Diese Stadt hat auch hässliche Seiten und damit meine ich nicht nur die DDR-Blockbauten und die vielen alten Häuser. Nein, hier habe ich erstmal wirklich die Armut gesehen, von der ich in Santa Cruz nur in der Zeitung lesen kann: Menschen liegen am Straßenrand um zu schlafen und verkaufen selbst gemachtes Essen und anderen Kleinkram. Ja, man kann in einer durchschnittlichen Kneipe keine 20 Minuten sitzen ohne das so ein armer Schlucken ankommt, und einem sein Armbänder oder CDs zu verkaufen. Ja, selbst 9-jährige Mädchen, die zehn Uhr Nachts alleine durch die Bars ziehen um Zigaretten und Kaugummi zu verkaufen sind keine Ausnahme.