Archiv der Kategorie 'Blog'

Wahlen

Am kommenden Sonntag, dem 6. Dezember finden hier in Bolivien die Wahlen für den Präsidenten und das Parlament statt.
Hier alles Wichtige „kurz“ zusammengefasst.
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Lichtbilder

Ich habe nun in endlich mal einige Photos geschossen (und zwar während meiner kleinen Reise nach Cochabamba) und möchte die euch auch nicht vorenthalten. Die Bilder veröffentliche ich nach und nach auf meinem eigens dafür angelegten Photo-Blog http://leavetheworld.tumblr.com/.

Ich denke, irgendwann komme ich auch mal dazu hübsche Bilder von Santa Cruz zu machen.

Cochabamba

Cochabamba

Durch meine eigene Faulheit verspätet, nun endlich der Bericht von meinem kürzlichen Trip in die 700.000 Einwohner Stadt Cochabamba. Grund für die Reise war ein Seminar in einem Dorf drei Stunden außerhalb der Stadt. Das Seminar war okay, die Stadt hingegen richtig schön.
Cochabamba liegt in einem Talkessel am Fuß der Anden. Gerade hoch genug, dass es nicht zu heiß ist und noch so niedrig, dass trotzdem meistens angenehme Temperaturen um die 25°, 30°C herrschen. Nicht nur das Klima und das Essen, was das beste in Bolivien ist, kann in der Stadt des ewigen Frühlings beeindrucken. Gesäumt von vielen sehr schönen Plätzen in der Innenstadt und „bewacht“ von einer auf einem Berg gelegenen Christo Statue, die 2m höher ist, als ihr berühmtes Vorbild in Rio, bietet sie einen angenehmen Anblick, der nun noch von den vielen netten Kneipen und der – im Gegensatz zu Santa Cruz existierenden – Streetart übertroffen wird.

Doch ich will nicht ins Schwärmenden geraten: Diese Stadt hat auch hässliche Seiten und damit meine ich nicht nur die DDR-Blockbauten und die vielen alten Häuser. Nein, hier habe ich erstmal wirklich die Armut gesehen, von der ich in Santa Cruz nur in der Zeitung lesen kann: Menschen liegen am Straßenrand um zu schlafen und verkaufen selbst gemachtes Essen und anderen Kleinkram. Ja, man kann in einer durchschnittlichen Kneipe keine 20 Minuten sitzen ohne das so ein armer Schlucken ankommt, und einem sein Armbänder oder CDs zu verkaufen. Ja, selbst 9-jährige Mädchen, die zehn Uhr Nachts alleine durch die Bars ziehen um Zigaretten und Kaugummi zu verkaufen sind keine Ausnahme.

Straßen aus Zucker

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Seit letzter Woche ist die neue Ausgabe der Szene zeitschrift „Straßen aus Zucker“ raus. Diesmal unter anderem wieder mit einigen interessanten politischen Artikeln, einem Interview mit Frittenbude,einem Artikel zu Streetart und Praktisches zur Wehrdienstverweigerung.
Hier kann die neue Ausgabe kostenlos heruntergeladen werden und auf der Website kann sie sogar versandkostenfrei (auch gern in höherer Stückzahl) bestellt werden.
Auch Aufkleber gibt es neue, die alte Auflage (und damit mein Liebling: „Mein Lipgloss ist wichtiger als Deutschland“) ist allerdings vergriffen. Aber schaut selbst.

Straßen aus Zucker

PS: Ich mach mich übrigens morgen auf nach Cochabamba. Wer grad in der Gegend ist, kann sich melden!

Ästhetische Leckerhappen

Es gibt Szenen und Momente im Leben, die sind einfach von atemberaubender Schönheit. Sie kommen unerwartet und gehen genauso schnell wieder vorbei. Zum Glück gibt es Menschen, die halten sie fotographisch fest. Noch toller ist, dass sie diese Photos dann auch noch im Internet veröffentlichen und so mit uns allen teilen.

Ich hab in den letzten Tagen viele schöne Seiten entdeckt und möcht euch gerne einige empfehlen.

bilderbuch.
Ich weiß. Normalerweise kommt das beste zum Schluss. Trotzdem. Das „Bilderbuch“ ist mein absoluter Favourit. Seine Fotos können einem den Tag versüßen und schaffen es immer wieder mich zu begeistern. Zumeist handelt es sich hierbei um eingescannte analoge Fotos. Zumeist von im selbst geschoßen. Top!

trueveganlove.
Was als Provinzblog begann, den ich nur sporadisch verfolgte, weil sie mit schlaraffenland befreundet war, hat sich nur zu einem ausgesprochen hübschem Foto-Blog entwickelt. Zwar schießt sie die Fotos nicht selbst, aber das kann ja der/dem Betrachter_in gleich sein.

clickkind.
Cklickind zu promoten ist mir eine Herzenssache. Nicht nur, weil sie auch persönlich eine sehr nette Person ist, auch haben einige ihrer Fotos echt Potenzial. Weil sie aber „zu faul zum bloggen“ ist, und sich so meine Lieblingsphotos von ihr (noch) nicht auf dem Blog befinden, blogge ich sie, frecherweise, einfach mal hier:

Clickkind1

clickkind2

clickkind3

rebelart.
Zum Schluss noch eine ganz besondere Sache. Hier handelt es sich nicht um spezielle Fotos, sondern um Streetart und und andere urbane Kunst, die dokumentiert und per Bild alles sichtbar gemacht wird. Sehr sehr hübsch.

Als Vegetarier in Südamerika

Seitdem ich der WG wohne, finde ich immer weniger Zeit zu bloggen und bekomme immer schlechtes Gewissen, wenn ich auf meine Seite schaue.
Deshalb reiss ich mich jetzt einfach mal zusammen und schreib mal einen kurzen Artikel, den ich schon seit einiger Zeit schreiben wollte.

Als ich nach Südamerika flog, hab ich schon gedacht, dass dies das Ende meiner vegetarischen Ernährung darstellt und das bestellte vegetarische Essen im Flieger das letzte für ein Jahr sein wird.
Und wenn sich meine Befürchtungen auch anfangs bestätigten, wurde ich jedoch positiv überrascht.

Da ich anfangs bei einer Gastfamilie gewohnt hatte, musste ich mich mehr oder weniger anpassen und habe auch hin und wieder ein wenig Fleisch gegessen. Vegetarier_innen sind hier, wie man es sich schon denken kann, eine Seltenheit, von Veganer_innen hat der Durchschnittsmensch noch nie etwas gehört.

Dennoch kann man, wenn man denn allein wohnt, sich hier (zu meinem Erstaunen) nahezu problemlos zumindest vegetarisch ernähren. Es gibt in vielen Restaurants meistens ein paar Gerichte ohne Fleisch und sogar ein paar komplett vegetarische Restaurants. Selbst auf Tofu muss man nicht verzichten, unglaublich aber wahr: Es gibt hier einen Vegetarier-Laden in dem es alle möglichen Köstlichkeiten für die fleischlose Ernährung gibt. Ich war zwar noch nicht da, werde aber mal in nächster Zeit vorbei schauen.

Vorsicht ist dennoch geboten: Wenn man hier sagt dass man kein Fleisch mag, kann man trotzdem Hühnchen vorgesetzt bekommen. Denn „pollo“(Hühnchen) ist hier aus unerfindlichen Gründen kein „carne“(Fleisch).

Die Möglichkeit sich vegetarisch (oder vlt. auch vegan?) zu ernähren, hat man hier natürlich auch nur in den (ganz) großen Städten. In der Kleinstadt oder auf dem Land, würde ich mich nicht wundern, wenn man gar nicht verstanden wird, wenn man sagt, dass man Vegetarier_in ist. Das hängt neben dem allgegenwärtigen Fleischkonsum natürlich auch mit der prekären sozioökonomischen Lage der Menschen auf dem Land zu tun.

Gottgefällig und Lustfeindlich

Die Deutschen die hier in Bolivien leben sind nicht nur Jugendliche während eines Auslandsjahres und Touristen, ganz in der Nähe lebt auch eine Kolonie Mennoniten aus Deutschland die seit hunderten von Jahren abgeschieden wie im Mittelalter wohnen:

Im Südosten Boliviens leben rund 25 000 strenggläubige Mennoniten nach deutschen Bräuchen aus dem 17. Jahrhundert. Ein „Gott gefälliges Leben“ soll sie vor den Verlockungen der Moderne schützen.

Ungewöhnlich groß sind die Schaufelräder des Traktors, mit dem Bernhard Dyck sein Feld bestellt. Sie sollen den 40-jährigen Bauern vor der Fahrt in die Hölle bewahren. „Wir haben diese Räder, um der Versuchung zu widerstehen, spazieren zu fahren“, erklärt Bernhard in langsamem, hölzern klingendem Althochdeutsch, und tatsächlich machen die eisernen Schaufeln die Räder für jede Straße unbrauchbar. Bequem spazieren zu fahren – das wäre nicht gottgefällig.

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein im Südosten Boliviens, in der Mennoniten-Kolonie „Nueva Esperanza“ (Neue Hoffnung).
[…]
Zwölf Stunden dauert die Fahrt von der Kolonie bis Santa Cruz, der nächstgrößeren Stadt. Das ist weit genug, um die Moderne auf Abstand zu halten. „Wir kämpfen jeden Tag aufs Neue, auf das wir das Wort Gottes richtig verstehen“, meint Bernhard und streicht fast ein wenig verlegen über seine grobe Latzhose. Das bedeutet, auch „nur von dem zu leben, was wir durch unserer eigener Hände Arbeit und der Gnade Gottes erhalten“. Jeden Morgen um fünf stehen er und seine Frau Anna gemeinsam mit ihren acht Kindern auf und machen sich ans Tagwerk: Kühe melken, Hühner füttern, den Gemüsegarten pflegen und die Felder bestellen. Das seit einigen Jahren Traktoren für die Feldarbeit zugelassen sind, war keine Selbstverständlichkeit. Doch am Ende entschied der Vorstand der Kolonie, dass „es Gott gefällig ist, wenn die Ernte reich wird“.

weiterlesen via Caiman

Something about Santa Cruz

Ich war noch nie in einem Land dass so unterschiedlich ist, wie Bolivien. Gerade das Hochland und das Tiefland unterscheiden sich extrem. Ob Klima, Vegetation, Kultur, Politik, Ökonomie, Bevölkerung. Alles unterscheidet sich. Da ich ja schon etwas kurz über La Paz geschrieben habe, möchte ich auch noch einen kurzen Berichte über die Stadt schreiben, in der ich wohne.
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