Archiv der Kategorie 'Bolivien'

Karneval

Ja. Ich gebe es zu. Ich bin ziemlich schreibfaul geworden. Das liegt einerseits daran, dass ich in letzter Zeit abends viele Dinge tue und selten allein zu hause sitze, aber auch daran dass ich gerade – aus welchen Gründen auch immer – einfach eine Blog-Unlust habe.

Wie dem auch sei. Eine Sache habe ich mir vorgenommen zu bloggen: Karneval. Was man hier zumeist von Rio und Brasilien kennt, hat wenig mit dem Fest zu tun, was unter dem gleichen Namen in Deutschland zu vorzufinden ist.
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Sucre

Ja, ich lebe noch. Es ist relativ lange her seit seit dem letzten Artikel, aber wie das immer so ist: zuerst passiert nichts erwähnenswertes, und dann viel zu viel um noch Zeit zum Bloggen zu finden.

Whatever, vorletzte Woche war ich in Sucre, der Hauptstadt Boliviens, und möchte euch ein kleinen Bericht nicht vorenthalten.
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Christmas

Es gibt Sachen, die kann man einfach nicht übersehen. Dazu gehört auch die Weihnachtszeit. Schon lange bevor Dunkelheit und Kälte einsetzen stehen die Weihnachtsmänner in den Läden schon auf ihren Posten, um ja schon lange bereit zu sein, wenn der Konsument nach ihnen verlangt.
Zumindest in Europa.

Ich hier bekomme von Weihnachten vor allem durch Chat und Mailkontakt nach Deutschland mit. Vor allem klimatechnisch fühle ich alles andere als Weihnachten. Als ich im August Europa hinter mir ließ, war es noch ziemlich warm. Nach meiner Abschiedsparty konnte ich sogar noch in den Pool springen. Und seitdem wurde es auch nicht kälter. Manchmal fühlt es sich an, wie in einer Zeitschleife. Es wird einfach nicht Winter.

Aber natürlich wird hier auch Weihnachten zelebriert. Und das überraschend ähnlich zu den USA und Europa. Es gibt Weihnachtsmützen, (Plaste-)Weihnachtsbäume und Coca-Cola in der Weihnachtsedition. Sogar einige Zeitungen erscheinen im Xmas-Look, z.B. mit verschneiter Überschrift. Nicht nur, dass Santa Cruz noch nie Schnee gesehen hat, hier ist es, da Südhalbkugel, auch gerade Sommer. Aber das stört die Weihnachtsschmuck-Designer nicht.
Naja, wenigstens ist dieser nicht so all-präsent wie in Deutschland.

Ansonsten ist der Heiligabend inklusive Bescherung hier am 25. Dezember, betriebliche Weihnachtsfeiern, Wichteln und Familieneinheit gibt es hier auch. Nur der Adventskalender hat es noch nicht über den Teich geschafft.

Auf meinen tumblr-Blog finden sich inzwischen wieder neue Bilder u.a. mit der Weihnachtlichen Beleuchtung der Kathedrale in Santa Cruz.

„Ein Sieg für alle antiimperlialitsichen Völker(sic!)“

Die Wahlen in Bolivien sind gefallen. Als eindeutiger Sieger mit 62,5% geht der alte und neue Präsident Evo Morales mit seiner Partei „Sozialistische Bewegung “ hervor. Als zweitplaziert gilt die rechte PPB-CN mit 27,6% gefolgt von der wirtschaftsliberalen Unidad Nacional mit 6,1%. Erstmals hat sich auch die Alianz Socíal mit 2,5% als landesweite Kraft etabliert.
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Wahlen

Am kommenden Sonntag, dem 6. Dezember finden hier in Bolivien die Wahlen für den Präsidenten und das Parlament statt.
Hier alles Wichtige „kurz“ zusammengefasst.
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Lichtbilder

Ich habe nun in endlich mal einige Photos geschossen (und zwar während meiner kleinen Reise nach Cochabamba) und möchte die euch auch nicht vorenthalten. Die Bilder veröffentliche ich nach und nach auf meinem eigens dafür angelegten Photo-Blog http://leavetheworld.tumblr.com/.

Ich denke, irgendwann komme ich auch mal dazu hübsche Bilder von Santa Cruz zu machen.

Cochabamba

Cochabamba

Durch meine eigene Faulheit verspätet, nun endlich der Bericht von meinem kürzlichen Trip in die 700.000 Einwohner Stadt Cochabamba. Grund für die Reise war ein Seminar in einem Dorf drei Stunden außerhalb der Stadt. Das Seminar war okay, die Stadt hingegen richtig schön.
Cochabamba liegt in einem Talkessel am Fuß der Anden. Gerade hoch genug, dass es nicht zu heiß ist und noch so niedrig, dass trotzdem meistens angenehme Temperaturen um die 25°, 30°C herrschen. Nicht nur das Klima und das Essen, was das beste in Bolivien ist, kann in der Stadt des ewigen Frühlings beeindrucken. Gesäumt von vielen sehr schönen Plätzen in der Innenstadt und „bewacht“ von einer auf einem Berg gelegenen Christo Statue, die 2m höher ist, als ihr berühmtes Vorbild in Rio, bietet sie einen angenehmen Anblick, der nun noch von den vielen netten Kneipen und der – im Gegensatz zu Santa Cruz existierenden – Streetart übertroffen wird.

Doch ich will nicht ins Schwärmenden geraten: Diese Stadt hat auch hässliche Seiten und damit meine ich nicht nur die DDR-Blockbauten und die vielen alten Häuser. Nein, hier habe ich erstmal wirklich die Armut gesehen, von der ich in Santa Cruz nur in der Zeitung lesen kann: Menschen liegen am Straßenrand um zu schlafen und verkaufen selbst gemachtes Essen und anderen Kleinkram. Ja, man kann in einer durchschnittlichen Kneipe keine 20 Minuten sitzen ohne das so ein armer Schlucken ankommt, und einem sein Armbänder oder CDs zu verkaufen. Ja, selbst 9-jährige Mädchen, die zehn Uhr Nachts alleine durch die Bars ziehen um Zigaretten und Kaugummi zu verkaufen sind keine Ausnahme.

Als Vegetarier in Südamerika

Seitdem ich der WG wohne, finde ich immer weniger Zeit zu bloggen und bekomme immer schlechtes Gewissen, wenn ich auf meine Seite schaue.
Deshalb reiss ich mich jetzt einfach mal zusammen und schreib mal einen kurzen Artikel, den ich schon seit einiger Zeit schreiben wollte.

Als ich nach Südamerika flog, hab ich schon gedacht, dass dies das Ende meiner vegetarischen Ernährung darstellt und das bestellte vegetarische Essen im Flieger das letzte für ein Jahr sein wird.
Und wenn sich meine Befürchtungen auch anfangs bestätigten, wurde ich jedoch positiv überrascht.

Da ich anfangs bei einer Gastfamilie gewohnt hatte, musste ich mich mehr oder weniger anpassen und habe auch hin und wieder ein wenig Fleisch gegessen. Vegetarier_innen sind hier, wie man es sich schon denken kann, eine Seltenheit, von Veganer_innen hat der Durchschnittsmensch noch nie etwas gehört.

Dennoch kann man, wenn man denn allein wohnt, sich hier (zu meinem Erstaunen) nahezu problemlos zumindest vegetarisch ernähren. Es gibt in vielen Restaurants meistens ein paar Gerichte ohne Fleisch und sogar ein paar komplett vegetarische Restaurants. Selbst auf Tofu muss man nicht verzichten, unglaublich aber wahr: Es gibt hier einen Vegetarier-Laden in dem es alle möglichen Köstlichkeiten für die fleischlose Ernährung gibt. Ich war zwar noch nicht da, werde aber mal in nächster Zeit vorbei schauen.

Vorsicht ist dennoch geboten: Wenn man hier sagt dass man kein Fleisch mag, kann man trotzdem Hühnchen vorgesetzt bekommen. Denn „pollo“(Hühnchen) ist hier aus unerfindlichen Gründen kein „carne“(Fleisch).

Die Möglichkeit sich vegetarisch (oder vlt. auch vegan?) zu ernähren, hat man hier natürlich auch nur in den (ganz) großen Städten. In der Kleinstadt oder auf dem Land, würde ich mich nicht wundern, wenn man gar nicht verstanden wird, wenn man sagt, dass man Vegetarier_in ist. Das hängt neben dem allgegenwärtigen Fleischkonsum natürlich auch mit der prekären sozioökonomischen Lage der Menschen auf dem Land zu tun.