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Und schon wieder Räumung

Wenige Wochen ist es her als eine Gruppe von Jugendlichen eine über 12-jahre alte Villa in dem 15000 Einwohner Dorf Stadt Witzenhausen (bei Göttingen) besetzten und dort ein in Soziokulturelles Zentrum einrichten wollten.
Das Gelände war zwar völlig zugemüllt, aber das Potential und der Elan der zumeist Studierenden dafür umso größer.
In den letzten Wochen wurde das Gelände entrümpelt, Filmabende und schon ein Konzert durchgeführt. Es gab Pläne für Vorträge und vieles mehr.
Die Stadt Witzenhausen und die Eigentümerin des Gebäudes schienen der Sache auch einigermaßen aufgeschlossen.
Es war die Rede davon, den Besetzter/innen, das Gebäude für einen symbolischen Euro zu überlassen.
Doch anscheinend überlegt es sich die Frau, die das Gebäude verfaulen ließ besitzt, anders und forderte eine Räumung an, die heute in den frühen Stunden auch durchgeführt wurde.

Und schon wieder wird das Engagement junger Menschen im Keim erstickt, wenn es sich nicht in vorgefertigten Bahnen bewegt. Ich sag nur: Ganz große Scheiße.

Webiste des (ehemaligen) besetzten Hauses in Witzenhausen
HR4 Nachrichten Audio Mitschnitt

Besetztes Haus Erfurt geräumt


Wie bereits heut vielfach durch das Radio und andere Medien berichtet, wurde heute das „Besetzte Haus Erfurt “ durch mehrere hundert Polizisten aus Thüringen, Sachsen und Bayern geräumt.
Das schwer bewaffnete Spezialkommando der Polizei stürmte um 5:45uhr diesen morgens das Haus.
Zum Zeitpunkt der Räumung befanden sich noch ca. 30 Besetzer/innen im Haus, 30 weitere organisierten eine friedliche Sitzblockade vor dem Tor des soziokulturellen Projektes.
Die Sitzblockade wurde jedoch nach kurzer Zeit geräumt und eine brennende Barrikade von einem Wasserwerfer gelöscht. Auch ansonsten konnten die Besetzer den Einsatzkräften der Polizei, die sich von zwei Helikoptern über dem Gebäude abseilten, nicht viel entgegensetzten.

Das „Besetzte Haus Erfurt“ gab es seit Ostern 2001. Damals besetzten linke Jugendliche das ungenutze und dem Verfall preisgegebene Objekt, richteten es wieder her und organieren seitdem in dem Haus viele Konzerte, Discos und Vorträge. Auch gibt gab es eine Bibliothek, mehrere Proberäume und einen Umsonstladen.
Weiterhin wohnten über 30 Menschen in dem Projekt und dem angrenzenden Wohnwagenplatz. Das Haus war immer Anlaufpunkt für sozialpolitische und linke Gruppen.

Wichtig war für die Besetzter_innen auch die Geschichte des Gebäudes. Es befand in dem ehemaligen Firmenkomplex der Firma Topf&Söhne, welche im Nationalsozialismus Brennöfen für Konzentrationslagen herstellte. Die Besetzer/innen orgeniserten regelmäßig Führungen und Vorträge zu der schrecklichen Geschichte und Bedeutung des Geländes, richteten sogar eine Internetseite ein und forderten immer wieder eine Gedenkstätte.

Im Jahre 2007 erwarb das Gelände jedoch die Immobilienfirma „Domicil Hausbau GmbH“ aus Mühlhausen und plante das Gelände abzureißen.
Nach mehreren Demonstrationen und diversen Aktionen seitens der Besetzter lenkte der neue Eigentümer Helmut Golla jedoch ein und setzte auf eine „politische Lösung“. Die Stadt jedoch blieb hart, stellte den Besetzer/innen Strom und Wasser ab und drängte den Eigentümer das Gebäude räumen zu lassen.
Ein Angebot der Stadt ein Alternativobjekt bereitzustellen stellte sich jedoch als Farce heraus, da das angebotene Objekt, noch nicht einmal für alle Bewohner/innen Platz bot, von den Projekten ganz zu schweigen. Auch als die Besetzter/innen versuchten ein leerstehendes Alternativobjekte in der Hohenwinderstraße zu besetzten, zeigt die Stadt Erfurt kein Interesse an einer Fortführung des Projekts und drängte den Eigentümer im Gegenteil noch dazu nicht auf die Gespräche mit den Besetzer/innen einzugehen.

Nun wird das ehemalige besetzte Haus mit all seinen Projekten abgerissen und an seiner Stelle werden Wohnblocks und ein Supermarkt entstehen.

Videos zur Räumung:
http://www.youtube.com/watch?v=B1VafoOfUoc
http://www.youtube.com/watch?v=u7_PeRub-0U