Tag-Archiv für 'verkürzte-kritik'

Einführende Worte zur (radikalen) Linken in Südamerika

Ein Grund für mich ein Auslandsjahr in Südamerika zu machen, war damals auch nicht nur die südamerikanische Gesellschaft (dazu habe ich ja bereits etwas geschrieben), sondern auch ihre sozialen Bewegungen kennen zu lernen. Che und Konsorten kamen ja auch von hier und wo sonst auf der Welt gab bzw. gibt es mehr Elan für die Errichtung des Sozialismus als in Südamerika.
Aktueller Anlass für diesen Text sind u.a. auch die diese Woche stattfindende bolivianische „Sozialistenkonferenz zu Ehren von Che Guevara“ in Vallegrande/Bolivien. Dieser berühmte Antisemit verbrachte bekanntliche seine Kindheit und Jugend hier in Bolivien. Er ist hier Volksheld und es gibt hier auch einige Statuen von ihm. Dass er sagte, dass er nicht zögern würde eine Atombombe auf Amerika zu werfen, wenn er denn eine hätte, scheint hier keinen zu stören und passt auch perfekt in den ideologischen Rahmen der meisten linken Gruppen hier.
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Abflug naht

Das Vorbereitungsseminar und die Abschiedsparty (war top!) sind nun zu Ende und Dienstag steige ich in den Flieger gen Südamerika.

Zuallererst bin ich froh, dass sich alles noch geregelt hat, zumal die Visumbeantragung dann doch spannender wurde, als mir lieb war.
Das Seminar war ganz nett, wobei es mir inhaltlich, wie zu erwarten, nicht viel gebracht hat. Den einzigen interessanten Part stellte ein Vortrag zu dem Thema „Reisen und Rassimus“ dar, der auf die Konstruktion des „Anderen“ in einer hirarchischen Dimension einging, theoretische Grundlagen des Rassismus vermittelte und denselben mit modernen Formen des Reisens verband.
Leider war ich der Einzige, der an diesem Vortrag Gefallen fand. Viele fanden den Rassismus zu weit ausgelegt und einige fühlten sich auch persönlich angegriffen. Die Reaktionen erinnerten mich auch ein wenig an die Antisemitismus-Debatte der letzten Jahre.
Ganz angenehm war allerdings trotzdem die interessierte Atmospäre und die allabendlichen politischen Diskussionen, auch wenn ich mir manchmal einen Workshop zu regressiver Kapitalismuskritik, Antiamerikanismus und Verschwörungstheorien gewünscht habe:

Am Dienstagabend wird mein Flieger nun ab Berlin Tegel starten und ich werde dann nach zweimaligem Umsteigen 17:45Uhr Ortszeit in Santa Cruz de la Sierra / Bolivien landen.

Gastkommentar bei Sisana

Sisana betreibt einen Blog, auf dem sie nicht nur ihre Berichte aus Laos wiedergibt, sondern der gleichzeitig eine offene Plattform für die kritische Auseinandersetzung mit dem Bundesprogramm „Weltwärts“, welches jährlich tausende Freiwillige ins Ausland entsendet, darstellen soll. Da mich der Gegenstand als zukünftiger Freiwilliger angesprochen hat und da ich fand, dass die bisherige Kritik immer am Kern der Sache vorbei ging, war ich so frei und habe ein Gastkommentar bei Sisana geschrieben.

Den Text findet ihr hier.

Alle Jahre wieder… Plädoyer gegen den 1. Mai im Allgemeinen und Speziellen.

Wieder ist es einmal so weit. Einmal im Jahr dürfen sich Neonazis mit pseudosozialer Rhetorik schmücken, dürfen Gewerkschafter, SPD und Linkspartei Schutzschirme fordern und die Autonomen in Kreuzberg mal so richtig die Sau raus lassen.

Auch auf anderen Blogs macht sich die Erkenntnis breit, dass der 1. Mai eigentlich nur (noch) „politisch eingefärbte Folklore mit riesigem subkulturellem Angebot ist“: 0% ernstzunehmende Politik. 100% Subkultureller Spaß.

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Ein Gespenst geht um in Europa…

….das Gespenst der sozialen Unruhen. Und die heilige Hetzjagd hat auch schon begonnen. Den Anfang machten Möchtegern-Bundespräsidentin Gesine Schwan (SPD) und DGB Chef Sommer letzte Woche, als sie anfingen vor möglichen sozialen Unruhen als Reaktion auf die Wirtschaftskrise zu warnen. Kurz darauf hallte ihr Echo durch die deutsche Politik- und Medienlandschaft. Noch-Bundespräsident Horst Kohler (CDU) widersprach Schwan energisch, im Land der Sozialpartnerschaft würde es doch nicht zu Unruhen kommen und man solle sie nicht heraufbeschwören.
Schlagzeilen machte schließlich noch der NRW-Landesverband der Linkspartei, als er zu sozialen Unruhen aufrief.

Grund genug sich einmal kurz mit dem Thema zu beschäftigen. Was ist unter sozialen Unruhen zu verstehen? Könnte es wirklich dazu kommen? Und vor allem: Wäre das positiv oder negativ?

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